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Umfrage zu Erwartungen der Unternehmen an Hochschulabsolventen

Die neue Hochschulumfrage des DIHK zeigt: Bachelor und Master kommen in den Unternehmen an. Inzwischen haben 45 Prozent der Unternehmen Erfahrungen mit Absolventen der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge gemacht. Im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem Jahr 2007 hat sich damit dieser Anteil verdoppelt.

Auf die Frage, welche Erwartungen die Unternehmen an die neuen Bachelor-Abschlüsse haben, antworten die meisten Unternehmen, dass eine stärkere Anwendungsorientierung der Studieninhalte am wichtigsten ist. Auch Praktika werden überwiegend als wichtig erachtet. Viele Unternehmen erhoffen sich somit, dass bei einer Neugestaltung der Studiengänge die Integration der Praxis ins Studium stärker berücksichtigt wird.

Die Top-Kompetenzen, die die Unternehmen von Hochschulabsolventen erwarten, sind Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, selbständiges Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit. Das Fachwissen ist zwar ebenfalls sehr wichtig, es wird aber nach Abschluss eines Fachstudiums als selbstverständlich vorausgesetzt. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung spielen Auslandserfahrungen und das Einhalten der Regelstudienzeit nicht die entscheidende Rolle für die Mehrheit der Unternehmen. Stattdessen werfen die Unternehmen einen wesentlich detaillierteren Blick auf die Absolventen und schätzen vor allem soziale und persönliche Kompetenzen.

Probleme bei dualen und berufsbegleitenden Studiengängen

Viele Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit dualen Studiengängen
gemacht, vor allem an Fachhochschulen und Berufsakademien. Auch berufsbegleitende Studiengänge zur Weiterbildung der Mitarbeiter sind beliebt. Allerdings weisen 52 Prozent der Unternehmen auch auf Probleme hin: Vor allem mangelnde Informationen seitens der Hochschulen und fehlende Angebote mit geeigneten Studienfächern und passenden Vorlesungszeiten werden kritisiert.

Die Umfrage zeigt, dass der Bedarf an dualen Studiengängen groß ist. Sie verbinden die Theorie mit der Praxis und bieten Vorteile für alle Beteiligten. Auch berufsbegleitende Studiengänge für die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern sind im Sinne des lebenslangen Lernens ebenfalls sehr sinnvoll. Die Landesregierungen, so der DIHK, sollten die Hochschulen daher zum Ausbau des Angebots ermutigen. Dazu müssen den Hochschulen zugleich mehr rechtliche und finanzielle Spielräume gegeben werden, um neben dem Angebot für die klassischen Studierenden, ergänzend auch duale und berufsbegleitende Studiengänge anbieten zu können.

Fachkräftemangel nimmt zu

Die Umfrage zeitg: Der Fachkräftemangel nimmt zu. 41 Prozent der Unternehmen berichten von Problemen bei der Besetzung von Stellen für Hochschulabsolventen. Das ist ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber 2007. In hessischen Zusatzfragen wurde deutlich, dass Unternehmen vor allem zusätzliche Fachkräfte im Bereich der technischen Berufe suchen. Absolventen mit Bachelor- oder Masterabschlüssen sind dabei genauso gefragt wie Absolventen der dualen Berufsausbildung und der beruflichen Weiterbildung auf Meisterniveau. Die hessischen Unternehmen wollen vor allem durch Aus- und Weiterbildung dem Fachkräftemangel entgegensteuern.


Im Herbst 2010 hat der DIHK rund 2200 Unternehmen gefragt, welche Kompetenzen Hochschulabsolventen haben sollen und welche Erfahrungen sie mit Bachelor- und Masterabsolventen machen.

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