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Unternehmen gewinnen durch Schülerpraktika

Informativer Leitfaden für Schüler und Betriebe

Rückläufige Schulabgängerzahlen machen es zunehmend wichtiger, qualifizierte und interessierte Jugendliche frühzeitig für das eigene Unternehmen zu begeistern. Aber nur so kann der Fachkräftebedarf langfristig gesichert werden. Schülerpraktika sind ein guter Weg, zukünftige Auszubildende zu gewinnen.

Art des Schülerpraktikas

Berufsorientierendes Praktikum

Zielgruppe Schüler aus Sonder-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen führen im Rahmen des Unterrichtes in den Klassen 9, 10 und 11 ein berufsorientierendes Praktikum durch.
Dauer Die Dauer beträgt je nach Schule 2 - 3 Wochen.
Tätigkeitsfeld Der/die Praktikant/-in soll das gewählte Berufsfeld sowie das Sozialgefüge des Unternehmens in seiner Vielschichtigkeit kennen lernen. In der Regel durchlaufen die Praktikanten mehrere Stationen / Abteilungen im Unternehmen. Einfache, aber typische Tätigkeiten und Aufgaben werden ihnen nach einer kurzen Einarbeitung übertragen.
Bezahlung Nein
Tipps Die berufsorientierenden Praktika lassen erste Rückschlüsse auf persönliche und soziale Kompetenzen zu (Teamfähigkeit, selbständiges Arbeiten, Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Sorgfalt). Es ist deswegen empfehlenswert Aufgaben zu übertragen, die auch über solche "soft skills" Auskunft geben. Es ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den Praktikanten um Jugendliche handelt, die möglicherweise ihre ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt machen. Die betreuenden Lehrkräfte sollten befragt werden, welche Vor- und Nachbereitung zu den Praktika in der Schule erfolgt ist.

Art des Schülerpraktikas

Freiwilliges Ferienpraktikum

Zielgruppe Schülerinnen und Schüler aller Schulformen
Dauer Je nach Absprache zwischen 2 - 6 Wochen.
Tätigkeitsfeld Das Ferienpraktikum gibt Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, während der Ferienzeit unverbindlich in einen Beruf oder eine Branche `hineinzuschnuppern´. Das Ferienpraktikum erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Ausgestaltung wird in der Regel individuell zwischen Praktikant und Praktikumsbetrieb vereinbart.
Bezahlung Nein
Tipps Auf die saubere Abgrenzung zwischen Ferienjob und Ferienpraktikum sollte geachtet werden. Denn Tätigkeitsfelder und die Frage der Bezahlung sind unterschiedlich geregelt.

Art des Schülerpraktikas

Strukturiertes Praktikum/ Fachpraktikum

Zielgruppe Schülerinnen und Schüler aus besonderen Bildungsgängen in beruflichen Schulen (Berufsfachschule, Fachoberschule, Fachschule)
Dauer Die Dauer des Praktikums ist je nach Bildungsgang unterschiedlich geregelt. Sie reicht von 3 Tage pro Woche bis zu mehrmonatigen Blockpraktika.
Tätigkeitsfeld Die Tätigkeitsfelder sind in dem "Ausbildungsplan" der Schule beschrieben. Sie richten sich nach der Fachrichtung und dem Schwerpunkt des jeweiligen Bildungsgangs. Die Lerninhalte während des betrieblichen Praktikums ergänzen die theoretischen Inhalte und sollen Arbeitswelterfahrungen vermitteln.
Bezahlung üblicherweise nicht. Teilweise bestehen individuelle Absprachen, dass die Praktikanten bestimmte Sozialleistungen des Unternehmens in Anspruch nehmen können (z. Bsp. kostenloses Mittagessen in der Kantine).
Tipps Die meisten Berufsfach- und Fachoberschüler wählen einen besonderen Bildungsgang, um ihre Ausbildungschancen zu erhöhen. Die 2-jährige Fachoberschule führt darüber hinaus zu einem studienqualifizierenden Abschluss - der Fachhochschulreife. Die Praktika bieten eine gute Gelegenheit für beide Seiten sich gegenseitig kennen zu lernen.
Das Unternehmen sollte sich mit der verantwortlichen Schule in Verbindung setzen, um näheres über Inhalte und Anforderungen an das betriebliche Praktikum zu erfahren.

[> Mehr Infos ]

Art des Schülerpraktikas

Regelmäßige Praxistage

Zielgruppe Schülerinnen und Schulen, die Schulen besuchen, die zum Hauptschulabschluss führen (Sonderschulen, Schulen für Lernhilfe, Hauptschulen, Gesamtschulen)
Dauer über einen Zeitraum von mindestens einem Schuljahr praktizieren die Schülerinnen und Schüler 1 Tag pro Woche in einem Unternehmen.
Tätigkeitsfeld Ab der 8. Klasse erhalten Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit jeweils 1 Tag pro Woche in einem Betrieb über einen längeren Zeitraum (in der Regel zwischen 2 - 6 Monaten) mitzuarbeiten. Ziel ist es durch eine frühe, langfristig angelegte und kontinuierliche Einbindung in das Arbeitsleben die Berufsorientierung der Schüler zu stärken, wichtige Schlüsselqualifikationen aufzubauen und dem Betrieb die Möglichkeit zu geben, potentielle Auszubildende besser kennen zu lernen.
Bezahlung Nein
Tipps Nähere Informationen finden Sie unter:

Leitfaden über kontinuierliche Praxistage in die Arbeitswelt (1.1 MB)
Kontinuierliche Praxistage - Einstieg in die Arbeitswelt (2 MB)
Ansprechpartner der hessischen IHKs für "kontinuierliche Praxistage" (19 KB)

Art des Schülerpraktikas

Einstiegsqualifizierungen - EQ und EQ Plus

Zielgruppe Jugendliche mit aus individuellen Gründen eingeschränkten Vermittlungsperspektiven (EQ) bzw. Jugendliche, die nicht voll ausbildungsreif, lernschwächer sind (EQ Plus)
Dauer sechs bis zwölf Monate
Tätigkeitsfeld EQs geben die Möglichkeit, Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. EQ Plus fördert Jugendliche zudem mit so genannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (Nachhilfe), die die Agentur für Arbeit bereitstellt.
Bezahlung Die Agentur für Arbeit gewährt einen Zuschuss zur Vergütung von derzeit bis zu 216 Euro monatlich zzgl. des Gesamtsozialversicherungsbetrages von 108 Euro. Es gelten Tarifvertragsregelungen und Betriebsvereinbarungen, wenn diese Praktikaverhältnisse regeln.
Tipps Nähere Informationen finden Sie unter:

Detaillierte Informationen zur Einstiegsqualifizierung: IHK-Organisation
Detaillierte Informationen zur Einstiegsqualizierung: Agentur für Arbeit
EQ-Förderantrag für die Agentur für Arbeit
EQ-Vertrag
Anmeldung zur Sozialversicherung
Fahrplan für EQs (Beispiel: IHK Darmstadt)
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