Allgemeine Hinweise für die Gestaltung wissenschaftlicher Manuskripte
Schreiben Sie für Ihr Unternehmen, Ihre Kollegen und nicht für sich selbst - Fachliche Qualität spricht für Sie - die formale Qualität spricht Ihre Leser an.
- Halten Sie sich stets vor Augen, dass Sie nicht für sich selbst, sondern für den Leser schreiben! Alle folgenden Ratschläge zielen darauf hin, Ihr Manuskript anregend, übersichtlich und gut lesbar zu gestalten.
- Formulieren Sie Ihre Darstellung als eine logische Folge von Argumenten (Fragen, Antworten, Einwänden). Wesentlich sind der inhaltliche Aufbau und eine richtige Gliederungs- und Zitiertechnik.
Zum inhaltlichen Aufbau gehören:
- Hinführung zur Problemstellung
- Konkretisierte Problemstellung (beides üblicherweise im einleitenden Kapitel)
- Ablauf der Untersuchung, Methoden
- Strukturierte Aufbereitung und Lösung der Problemstellung
- Interpretation der erzielten Ergebnisse
- Zusammenfassung mit Ausblick - Stellen Sie der Arbeit eine entscheidungsvorbereitende Zusammenfassung in deutscher und möglichst auch in englischer Sprache (Executive Summary) voran. Dies ist in vielen Firmen üblich. Die Summary soll nicht die Inhaltsangabe beschreiben, sondern die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit in kurzer Form zusammenfassen.
- Klammern Sie sich aber auch nicht sklavisch an die übliche Einteilung: Einleitung - Material und Methoden - Ergebnisse - Diskussion. Es kann im Einzelfalle übersichtlicher sein, das Manuskript nach Fragestellungen oder Versuchsreihen zu gliedern und erst innerhalb der einzelnen Abschnitte die oben stehende Einteilung zu benutzen.
- Die Einleitung soll die Fragen formulieren, die durch Ihre Untersuchung beantwortet werden sollen.
- Die Darstellung der Methoden (Ablauf der Untersuchung) hat zweifache Bedeutung:
- Die verwendeten Methoden müssen so weit beschrieben werden, dass der Leser das Zustandekommen der Ergebnisse verstehen kann. Dies sollte möglichst in engem Zusammenhang mit der Darstellung der Ergebnisse geschehen.
- Die verwendeten Methoden müssen so genau beschrieben werden, wie für die exakte Wiederholung der Untersuchung erforderlich ist. Diese zahlreichen, für das Verständnis nicht unbedingt erforderlichen Einzelheiten würden die Argumentationskette unterbrechen und können daher als Anhang angefügt werden. - Ergebnisse werden häufig in Form von Tabellen oder Grafiken wiedergegeben. Dort aufgeführte Zahlenwerte sollten im Text nicht wiederholt werden. Es ist erwünscht, die Einzelergebnisse gleich so zu erläutern, dass der Leser ihre Bedeutung verstehen kann. Dies ist wichtiger als die scharfe Abgrenzung der Abschnitte "Ergebnisse" und "Diskussion".
- In der Diskussion sollten die in der Einleitung formulierten Fragen ausdrücklich beantwortet werden.
- Fangen Sie nicht "bei den alten Römern" an, gehen Sie "medias in res"!
- Beschreiben Sie Ihre Experimente und Schlussfolgerungen, nicht Ihr Manuskript. Also "X ist proportional Y (Abb. 5)" und nicht "Abbildung 5 stellt den Zusammenhang zwischen X und Y dar".
- Beantworten Sie jede Frage dann, wenn sie sich im Kopf eines aufmerksamen Lesers ergibt. Schreiben Sie zumindest: "Hier ergibt sich die Frage ...; diese soll erst im Zusammenhang mit ... auf Seite .... beantwortet werden."
- Langweilen Sie Ihre Leser nicht mit Wiederholungen, verwenden Sie Verweisungen! Geben Sie bei Querverweisungen die Seite und nicht nur die Bezeichnung des betreffenden Abschnitts an, um dem Leser langes Suchen zu ersparen.
- Erwarten Sie nicht, dass sich der Leser noch viele Seiten später auf Anhieb an Ihr Argument erinnert. Geben Sie ihm einen kleinen Hinweis auf das früher Gesagte ("Da ja X und Y proportional sind (S. xxx), ergibt sich ....").
- Benutzen Sie möglichst wenig spezielle Termini und Abkürzungen; definieren Sie diese bei erstmaliger Verwendung und stellen Sie sie in einer Tabelle am Anfang des Manuskripts zusammen!
- Verwenden Sie die Maßeinheiten des SI-Systems in der vorgeschriebenen Schreibweise!
- Achten Sie bei Symbolen und Abkürzungen auf einheitliche Verwendung und Schreibweise!
- Im Text, in Tabellen und Abbildungen aufgeführte Behauptungen, Daten, Werte müssen durch Literaturquellen belegt und entsprechend zitiert werden.
- Literaturzitate und das Literaturverzeichnis sollen nach den Vorgaben wissenschaftlicher Zeitschriften angelegt werden. Möglich ist z.B. folgende Zitierweise (Müller 1992) im Text (Lentz 1998), die im Literaturverzeichnis (Michel 1996) dokumentiert wird: Nur Beispiele: Lentz, R. (1998): Allgemeine Hinweise für die Gestaltung wissenschaftlicher Manuskripte. Fachhochschule Wedel.// Müller, Edgar (1992): Das Zitat. Eine fiktive Publikation. Publikationsverlag, Kleinschreibdorf. // Michel, Gerhard (1996): Literaturverzeichnis sind wissenschaftlich anzulegen. IN: Literatur und Daten hrsg. von E. Deutsch. S. 97 - 98. Holstein- Verlag, Heide. // Treiber, Heide (1995): Wissenschaftlich schreiben. Fachzeitung für den Schreiber FS 6: 458-459.
- Zwischenüberschriften haben nur den Sinn, den Text übersichtlicher zu machen. Zu feine Untergliederung des Textes und zu viele Zwischenüberschriften bewirken eher das Gegenteil. Sie sind nicht verpflichtet, unbedingt eine Dezimalklassifikation zu verwenden!
- Untergliedern Sie das Schriftbild in nicht zu viele Absätze (höchstens 4 - 5 je Seite); trennen Sie die Absätze durch Leerzeilen!
- Tabellen und Abbildungen sind durchzunummerieren, entsprechend zu beschriften und jeweils mit einer "Legende" und einer "Quellenangabe" zu versehen, die ihr Verständnis unabhängig vom Text ermöglicht!
- Gestalten Sie Tabellen und Abbildungen sodass sie möglichst informativ und übersichtlich sind. Vermeiden Sie, die gleichen Ergebnisse in unterschiedlichen Abbildungsformaten wiederholt darzustellen.
- Für die Rechtschreibung ist der DUDEN verbindlich. Nutzen Sie auch die Möglichkeit der elektronischen Rechtschreibprüfung. Achten Sie auf die Interpunktion. Beachten Sie, dass das Deutsche im Unterschied zum Englischen zusammengesetzte Wörter als ein Wort behandelt, das allenfalls durch Bindestriche untergliedert werden darf. Dabei sind von einem Substantiv abgeleitete Eigenschaftswörter klein zu schreiben (z.B. konzentrations-abhängig).
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