Informationsportale Bildung
Hochschulverzeichnisse/
Verzeichnisse von Studiengängen
Informationsportale
rund ums Studieren
Studium und Hochschule
Informiert Euch zum Thema Studienwahl. Nutzt die Orientierungs-und Entscheidungshilfen, Studiengangs- und Berufsbeschreibungen sowie die Zusammenstellung der Studiengänge.
Es ist notwendig, schon während des Studiums in die Wirtschaft und die Berufswelt hineinzuschnuppern, deswegen bieten wir Euch unsere Links in die Wirtschaft für den Einstieg. Und unser Studium gut organisiert solltet Ihr besser nicht unbeachtet lassen. Da findet sich nämlich auch etwas zu Studienstrategie!
In unserer Börse für Praktikum und Studium im Unternehmen und unter Abschlussarbeiten-Agentur findet Ihr Angebote für diejenigen, die eine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben möchten. Wir informieren Euch zudem über das Thema Studienabschlüsse und sowieso solltet Ihr über die Möglichkeiten des dual Studierens Bescheid wissen!
Studieren braucht Geld, es muss aber keine Frage des Geldes bleiben. Fast 700 € benötigt ein Student laut Statistik durchschnittlich im Monat. Hinweise zu Fördermöglichkeiten im und nach dem Studium findet Ihr unter Studienförderung.
Eng mit Geld sind immer die Überlegungen zum Studieren im Ausland verknüpft. Schaut mal zum Thema in das - allerdings nicht werbefrei - Portal Studis Online hinein, vielleicht findet Ihr hier interessante Anregungen.
Zum Thema Hochschul- und Bildungspolitik allgemein findet Ihr Interessantes in den statistische Zahlen zur Bildung des Statistischen Bundesamtes Deutschland. Und alle, die es genau wissen wollen, finden unter dem Punkt Hochschulgesetze Bundesgesetze wie das Hochschulrahmengesetz, das Berufsbildungsgesetz, das BAFöG-Gesetz u.a.. Wer noch mehr wissen möchte, klickt auf Hochschulbehörden/-verwaltung und auf Hochschulakteure.
DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben über die Studienreform
"Ein großer handwerklicher Fehler"
Berliner Zeitung: Die Studierenden protestieren gegen die Bachelor-Reform. Der Zeitdruck sei zu groß. Tiefes Verständnis, persönlich Entwicklung oder Aufenthalte im Ausland blieben auf der Strecke, so die Vorwürfe. Die Betroffenen fühlen sich wie Lernautomaten. Können Sie die Proteste nachvollziehen?
Martin Wansleben: Zum Teil kann ich diese Proteste durchaus nachvollziehen. Bei der Umstellung auf die neue Bachelor-Master-Struktur sind vielfach bestehende Studieninhalte eins zu eins in kürzere Studienzeiten gepresst worden. Das führt dazu, dass die Stofffülle zugenommen hat, und es mehr Prüfungen gibt als früher.
Berliner Zeitung: Kürzere Studiengänge und damit jüngere Absolventen hat die Wirtschaft aber jahrelang gefordert.
Martin Wansleben: Die Ziele der Reform sind auch nach wie vor richtig. Die Aufteilung in Bachelor und Master lehnt sich an das internationale System an. Dies ermöglicht zum einen eine berufsqualifizierende Ausbildung in einer kürzeren Zeit. Zum anderen kann sich eine fachliche Spezialisierung im Masterstudiengang anschließen. Dabei können die Studierenden zwischendurch sogar noch erste Berufserfahrungen in Unternehmen sammeln. Allerdings geht es bei der Reform ja nicht nur um die Studiendauer, sondern vor allem darum einen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Das ist alternativlos, weil Europa weiter zusammenwächst und wir damit immer mehr einen europäischen Arbeits- und Lernraum bekommen. Das bedeutet mehr Mobilität der Menschen auch über die nationalen Grenzen hinaus.
Berliner Zeitung: Viele Studierende hatten diese Ziele anfangs unterstützt. In der Praxis sehen sie sich aber überfordert.
Martin Wansleben: Die Idee ist das eine, die praktische Umsetzung ist das andere – und hieran hapert es. Da müssen die Hochschulen nachbessern. Die Vorschläge der Kultusministerkonferenz dazu gehen in die richtige Richtung.
Berliner Zeitung: Wo müsste also aus Ihrer Sicht nachgebessert werden?
Martin Wansleben: Es müssen nicht alle Bachelor-Studiengänge nur sechs Semester dauern. Die Vorgaben der Kultusminister lassen auch sieben oder acht Semester zu. Von dieser Flexibilität sollten die Hochschulen Gebrauch machen und zwar auch mit dem Ziel, dann mehr Praxisphasen zu ermöglichen. Die Frage bei der inhaltlichen Gestaltung muss sein: Was soll ein Student am Ende seines Studiums können? Dazu muss man sich von den früheren Inhalten lösen und neu denken. Es geht nicht, einfach alten Wein in neue, viel kleinere Schläuche zu gießen. Das ist ein großer handwerklicher Fehler. Hier könnten die Unis viel von den Fachhochschulen lernen.
Berliner Zeitung: Was wünschen sich die Unternehmen darüber hinaus?
Martin Wansleben: Es müssen wieder mehr Studienortwechsel auch in der Bachelor-Phase möglich sein. Momantan gibt es in Deutschland 11 700 Studiengänge! Durch diese starke Differenzierung erkennen die Universitäten derzeit leider untereinander kaum noch Studienleistungen an. So können viele Studenten noch nicht einmal mehr national den Studienort wechseln, ohne gleich ganze Semester zu verlieren. Da ist der Bogen deutlich überspannt.
Berliner Zeitung: Wie könnte das erreicht werden?
Martin Wansleben: Die Universitäten müssen sich über die Ausrichtung ihrer Studiengänge abstimmen. Da muss es mehr Standards geben. Und bei der Gestaltung der Studiengänge sollten die Hochschulen stärker auf den Dialog mit den Unternehmen zurückgreifen. Diese wissen, was ein Bewerber können muss, wenn er als Bachelor in den Betrieb kommt. Manchen Professoren fehlt noch der Blick dafür, dass die jungen Leute vorrangig in der Wirtschaft und nicht in Forschungsreinrichtungen arbeiten werden. Praxis und Wissenschaftlichkeit schließen sich nicht aus.
Berliner Zeitung: Viele befürchten, mit einem Bachelor lediglich als Akademiker zweiter Klasse angesehen zu werden. Wie sind die Einstellungschancen für Bachelor?
Martin Wansleben: Viele, vor allem große Firmen sagen, die Ausbildung ist hervorragend und setzen selbst ein Trainee-Programm obendrauf, um den Nachwuchs für die speziellen Belange des Unternehmens zu qualifizieren. Bei manchen kleinen und mittleren Unternehmen hat sich der neue Abschluss allerdings noch nicht herumgesprochen. Hier fehlt Aufklärungsarbeit der Hochschulen – das ist ein Defizit. Dieser Abschluss ist wie ein neues Produkt, für das man werben muss. Die Unternehmen müssen letztlich wissen, was sie von einem Bachelor erwarten können und was hinter dem Abschluss steckt. Wir beteiligen uns daran. Der DIHK organisiert zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz eine Roadshow durch die Republik und veranstaltet in den Industrie- und Handelskammern Informationsabende.
Berliner Zeitung: Die Trainee-Programme sind aber für die Unternehmen teuer. Ist das nicht ein Nachteil?
Martin Wansleben: Diese Programme gab es schon immer. Sie sind den Unternehmen in ähnlicher Weise aus der dualen Ausbildung schon bekannt. Deshalb kennen sie auch die Vorteile dieser, auf die betrieblichen Anforderungen ausgerichteten Ausbildung. Tatsächlich ist das aber für große Betriebe viel leichter zu organisieren als für kleinere und mittlere.