Ein gutes Vorstellungsgespräch
Wie läuft ein Vorstellungsgespräch ab?
Das Vorstellungsgespräch ist ein wichtiges Instrument im Einstellungsverfahren. Der Ausbildungsbetrieb möchte das Eignungspotenzial des Bewerbers herausfinden. Dabei gibt es mehrere Etappen. Zum Einen werden eure Begabungen und Fähigkeiten erfragt, weiterhin will der Betrieb eure Motivation, gerade diesen Beruf erlernen zu wollen, erfahren. Auch will man sich einen persönlichen Eindruck über euer Auftreten verschaffen. Dabei sind plumpes Duzen und großspuriges Gehabe, ebenso wie extreme Zurückhaltung unerwünscht. Letztlich muss geprüft werden, ob sich Eignungen und Neigungen mit den Anforderungen und Vorstellungen des Betriebes decken.
Die Durchführung des Gesprächs hat drei Etappen.
1. Einstimmung/Begrüßung. Hier sollten sich die potenziellen Vertragspartner (Unternehmen und Azubi) in angenehmer Atmosphäre vorstellen. Es folgt eine kurze Erläuterung zum Gesprächsablauf.
2. Informationsphase. Hier haben beide Gesprächspartner die Möglichkeit in Form der offenen Fragetechnik (W-Fragen: Wer, Was, Wie, Warum) Informationen zu sammeln. Wahrscheinlich werden euch Fragen über eure schulischen Leistungen, Hobbys und Freizeitaktivitäten, Vorstellungen über die Tätigkeiten im Beruf und Gründe für die Wahl des Unternehmens gestellt. Ihr solltet die Gelegenheit nutzen und ebenfalls Fragen stellen, die für euch noch ungeklärt sind.
3. Abschluss. Hier erhaltet ihr die Information bis wann ihr mit einer Entscheidung rechnen könnt. Die Auslagen für Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden euch zu diesem Zeitpunkt, sofern eine Erstattung nicht bereits im Vorfeld ausdrücklich ausgeschlossen wurde, erstattet.
Was ziehe ich an?
Bestimmt haben euch eure Eltern und Lehrer empfohlen das zu tragen, was der Situation angemessen ist. Habt ihr euch bei einem konservativen Unternehmen (z. B. Banken, Versicherungen, Verwaltung) beworben, empfiehlt sich eher ein konservatives Outfit (Anzug, Kostüm, Stoffhose). Für ein Vorstellungsgespräch im handwerklichen Bereich braucht ihr keinen Anzug mit Krawatte zu tragen. Das Wichtigste dabei ist, authentisch zu bleiben. Ihr solltet das tragen, was eure Persönlichkeit widerspiegelt, denn die Personalverantwortlichen wollen EUCH kennen lernen. Besonders wohl fühlen wir uns in Kleidung mit der ein positives Erlebnis verbunden wird. So wird das Selbstwertgefühl gesteigert und wir können uns nach Außen positiv präsentieren.
Tipps für das Vorstellungsgespräch
Vier Dinge die unbedingt stimmen müssen:
1. Deutlich sprechen
Nennt deutlich Vor- und Nachnamen. Sucht Blickkontakt! Und: Schaut freundlich, lächelt auch ruhig mal, auch wenn euch gar nicht danach ist - es hilft trotzdem! Wenn euch zur Begrüßung die Hand angeboten wird, entgegnet mit einem vernünftigen Händedruck. Bietet nicht von euch aus den Handschlag an, ihr seid in der Regel jünger.
2. Interessiert sein
Euer Gegenüber führt das Gespräch! Ihr hört erstmal nur zu und konzentriert euch zunächst auf gestellte Fragen. Im weiteren Verlauf solltet ihr dann auch ruhig mal selber eine Frage stellen, die Interesse am Unternehmen oder der Ausbildung bekundet. Macht Werbung für eure Person mit schulischen und außerschulischen Aktivitäten (Klassensprecher?, Kassenwart? Party-Organisator? Band-Mitglied?) - auch wenn euch das komisch vorkommt!
3. Ordentlich sitzen
Steht gleichmäßig auf beiden Füßen, hampelt nicht rum. Setzt euch nur, wenn ihr dazu aufgefordert werdet (das gilt ebenso für Essen und Trinken). Wer einen Rock trägt: Beine unter den Tisch, nebeneinander stellen oder übereinanderschlagen. Mit eurer Sitzhaltung signalisiert am besten Aufmerksamkeit: Setzt euch auf den ganzen Stuhl, denn so signalisiert ihr, dass ihr nicht gleich wieder gehen wollt. Hände auf den Tisch - entspannt anlehnen könnt Ihr euch später, wenn ihr es geschafft habt.
4. Seid pünktlich
Wer zum Vorstellungsgespräch zu spät kommt, hat ziemlich schlechte Karten. Seid also unbedingt rechtzeitig, am besten sogar ein paar Minuten früher vor Ort. Informiert euch vorher, wo genau das Gespräch stattfindet und wie lange ihr für den Weg dorthin braucht. Überlegt euch bereits im Vorfeld mit welchen Verkehrsmitteln ihr zum Unternehmen kommt. Und wenn ihr trotz aller Bemühen zu spät kommt: Entschuldigt euch mit einer guten Begründung.
Checkliste
Was sollte man zu einem Vorstellungsgespräch mitbingen?das Einladungsschreibenbei telefonischem Kontakt die Gesprächsnotizendie Bewerbungsunterlageneinen Notizblock mit Stiftden Personalausweiseine Liste mit Fragen, die ihr euch im Vorfeld überlegt habt
Beispielhafte Fragen für die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch:Was interessiert meinen Gesprächspartner, was kann ich ihm über mich erzählen?Was will ich selbst über das Unternehmen wissen? Was will ich über die Ausbildung im Unternehmen wissen?Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme nach der Ausbildung?
Welche Fragen könnten mir gestellt werden? Aus welchen Gründen haben Sie sich für diesen Ausbildungsberuf entschieden?Aus welchen Gründen haben Sie sich bei unserem Unternehmen beworben?Könnten Sie sich vorstellen auch einen anderen Beruf zu erlernen, der Ihnen Spaß machen würde?Was halten Ihre Eltern von Ihrem Berufswunsch?Welche Erwartungen verbinden Sie mit ihrer Ausbildung?Welche Zukunftspläne haben Sie?Was wissen Sie über unser Unternehmen? Haben Sie noch Fragen?Haben Sie sich noch anderwertig beworben?Können Sie sich vorstellen später in einer anderen Stadt zu arbeiten?Würden Sie in ihrer Freizeit Weiterbildungsangebote nutzen?Welche Stärken und Schwächen haben Sie?